Hoffnungsprojekt

Zeiten wie diese sind für alle herausfordernd. Schulkinder bekommen Aufträge von ihren Lehrpersonen übermittelt und arbeiten von zu Hause, Eltern sind im Homeoffice.

Da darf auch auf die Kindergartenkinder nicht vergessen werden. Wenn Eltern und größere Geschwisterkinder von zu Hause aus arbeiten, müssen Kindergartenkinder alleine spielen und sollten möglichst ruhig sein.

Als Kindergartenpädagogin sehe ich meinen Auftrag darin, erstens den Kontakt zu „meinen“ Kindern nicht zu verlieren, für sie in dieser äußerst verwirrenden Zeit da zu sein, aber auch den Eltern und Geschwistern ein paar Minuten am Tag zu verschaffen, in denen das Kind selbstständig beschäftigt sein kann.

Deshalb bekommen die „Fidelinis“ des Praxiskindergartens Fidelis jeden Tag ein Mail mit einer Audiodatei. Die im Kindergarten begonnene Fortsetzungsgeschichte vom „Kleinen Gespenst“ wurde weiter und fertig gelesen und neue Bücher folgten und folgen. In jedem Mail gibt es noch kleine Beschäftigungs- oder Bastelanregungen.

Kleine Zeichen der Hoffnung, Zeichnungen der Kinder, die im Briefkasten des Kindergartens abgegeben werden können, werden von uns Pädagoginnen laminiert, um sie wetterfest zu machen und dann außen am Kindergarten aufgehängt. Oft kommen die Kinder vorbei und schauen, von wem wieder eine neue Zeichnung hängt.

Da ich im Herbst für jedes Kind die Kuschelkuh „Dorli“, das Maskottchen der Gymnaestrada 2019, geschenkt bekommen habe, nahm ich diese Kuscheltiere zum Anlass, den Kindern einen kleinen Gruß nach Hause zu schicken. Ein von mir gestaltetes und ausgedachtes Bilderbuch, ein persönlicher Brief an jedes Kind, kleine Rätsel und die bunte Kuh – all dies wurde von mir und meinen Kolleginnen an die Kinder des Praxiskindergartens verteilt. Das Strahlen in den Augen und die Freude der Kinder wurde uns in zahlreichen Fotos und Nachrichten übermittelt. Somit haben die Kinder nun auch ein Stück Kindergarten zu Hause.

Bericht & Fotos: Angela Lercher

Exkursion in das Jüdische Museum Hohenems

Am Dienstag, den 18.02.2020, besuchten wir, die 2b Klasse, das Jüdische Museum in Hohenems. Dort erhielten wir anhand einer Führung einige Einblicke in das frühere Leben jüdisch gläubiger Menschen während der Zeit des 2.Weltkrieges. In einem Teil der Führung besichtigten wir die jüdische Siedlung, zuerst aber wurden wir über die Geschichte des Hauses, in dem das jüdische Museum heute ist, aufgeklärt. Später durften wir noch ein altes Wirtshaus, eine alte Synagoge, ein weiteres Haus einer jüdischen Familie und eine Mikwe besichtigen. Die meisten dieser Gebäude wurden umgebaut und umfunktioniert und sind heute kaum noch erkennbar. Auch auf sogenannte Stolpersteine, welche vor einem der Häuser einer jüdischen Familie platziert wurden, und die an einige der Juden, die die Fahrt ins Ungewisse nicht überlebt hatten, erinnern sollen, wurden wir aufmerksam gemacht. Im Jüdischen Museum wurde uns noch die aktuelle Ausstellung zum Thema „Zeitzeugen“ gezeigt. Wir hörten einige Interviews von sogenannten „Zeitzeugen“ und der Zeit kurz nach dem 2. Weltkrieg.

Die Ausstellung und die Führung in der Stadt haben uns sehr gut gefallen. Wir konnten sehr viel Neues lernen und wurden angeregt darüber nachzudenken, was für ein Leben die jüdischen Menschen geführt haben. Sie wurden in aller Öffentlichkeit bloßgestellt und hatten keine Rechte.

Wir empfehlen die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft“ auf jeden Fall weiter, denn sie ist sehr interessant und es werden auf verschiedene Arten Informationen gegeben.

 

Bericht: Lara Sagmeister, Lisa Burtscher

Jugendchortage Zell am See

Am Freitag, dem 31.01.2020, fuhren wir mit dem Zug nach Zell am See. Von unserer Schule waren sechs Schülerinnen des Freifachs Chor dabei und zwar aus den Klassen 1b, 3a und 4a. Bei unserer Ankunft wurden wir schon von schallendem Gesang empfangen. Wir teilten uns in unsere Stimmgruppen ein (Sopran, Alt, Tenor und Bass) und begannen sogleich zu singen. Es gab sechs Referenten, die uns an den drei Chortagen sehr viele Lieder beibrachten. Am Abend sangen wir immer im Plenum (alle miteinander). Nach dem Abendessen ging man noch in die Pizzeria, wo noch den ganzen Abend gesungen wurde.

Am Samstag begann unser Tag mit Morgensport, worauf das Frühstück folgte. Anschließend wurde sofort gesungen. Man konnte sich auch für Dirigierkurse oder Beatboxkurse in kleinen Gruppen anmelden. Am Nachmittag hatten wir Freizeit, wo wir viele Sportaktivitäten ausprobieren durften. Danach wurde wieder bis in den späten Abend gesungen. Nach dem Plenum hatten wir den „Bunten Abend“. Da wurde viel getanzt, gesungen, und Spiele gespielt. Der Abend konnte wieder in der Pizzeria verbracht werden.

Am Sonntag war unser Abschlussplenum. Da sang noch einmal der gesamte Chor. Anschließend fuhren wir wieder mit dem Zug nach Hause.

Es war ein tolles und sehr lehrreiches Wochenende und es war eine großartige Erfahrung in so einem großen Chor zu singen.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Prof. Barbara Tschugmell für die Organisation der Reise, und dass sie uns diese Erfahrung ermöglicht hat.

 

Nora Bönig, 1b

 

Einblicke in eine andere Kultur – unser Besuch in der Moschee

Nachdem wir uns durch ein überraschendes Schneegestöber geschlagen hatten wurden wir, die 3b, am 04.02.2020 herzlich in der Moschee in Dornbirn willkommen geheißen.

Wir bekamen eine Führung durch die Gebetsräume, „Schulzimmer“ und die Waschräume, bei der wir allerlei interessante Informationen erhielten und unsere Fragen ausführlich beantwortet wurden. Begleitet wurden wir auch von zwei Imamen, die uns unter anderem eine Passage aus dem Koran vorlasen und ihr besonderes Gewand zeigten.

Als unsere Führung beendet war wurden wir sehr gastfreundlich mit türkischem Tee und einem türkischen Gebäck namens Pocaga bewirtet. Zum Abschluss lud man uns noch dazu ein, beim Nachmittagsgebet zuzusehen, was äußert beeindruckend war.

Der Ausflug war sehr gelungen und wir haben eine bessere Vorstellung davon bekommen, was in einer Moschee so alles passiert. Es war also die perfekte Ergänzung dazu, was wir zuvor im Religionsunterricht bereits über den Islam gelernt haben.

 

Bericht: Jennifer Lange, Noah Irgang und Lisa Rainer

Verleihung des Heide Lex Nalis-Preises am Tag der Elementarpädagogik

Am 24.1.2020, dem Tag der Elementarpädagogik, wurde in Wien erstmals der Heide Lex Nalis-Preis für Qualifikationsarbeiten mit elementarpädagogischen Fragestellungen von der Plattform EduCare verliehen.

Jeweils eine herausragende wissenschaftliche Bachelorarbeit, Masterarbeit sowie Dissertation wurden ausgezeichnet und mit einem Geldbetrag dotiert.

Wir freuen uns, dass unsere Kollegin Regina Lins, BA, Praxiskindergarten- und Praxishortpädagogin sowie Lehrerin für Medienpädagogik, diese Auszeichnung für ihre Bachelorarbeit „Übergang vom Kindergarten in die Schule. Transitionsprozess als pädagogische Herausforderung“ im Rahmen ihres Studiengangs „Sozialmanagement in der Elementarpädagogik“ erhalten hat.

Herzliche Gratulation, liebe Regina, wir sind stolz auf dich.

Bericht: Dir. Mag. Ilse Klima

Von einem nebligen, regnerischen und kalten Tag, der wunderbar war

Sonnenschein, wunderschönes Bergpanorama, perfekt präparierte Pisten und vielleicht vereinzelte Tiefschneehänge – so unsere Vorstellungen, als wir Herrn Frontull zu seinem Abschied als Direktor der BAfEP im Dezember unseren Gutschein für einen gemeinsamen Schitag am Arlberg überreichten. Regen, Nebel und schwerer Schnee auf den Pisten – so dann die Realität Ende Jänner, als das Geschenk eingelöst wurde und sich die 5A am 31.01. gemeinsam mit Herrn Frontull, Frau Lagger und der Klassenvorständin Monika Neumayer zum Schitag nach St. Anton aufmachte. Unvergesslich, genial und voller schöner Erinnerungen wurde der Tag dann aber trotzdem – schließlich zählt das Wetter oft weniger als gute Gesellschaft und Spaß. Und das hatten wir beides zur Genüge!

09:01h – Bahnhof St. Anton.

Gut gelaunt marschieren die einen mit Schiern auf den Schultern Richtung Galzigbahn, die anderen warten auf den Bus nach Lech zum Rodeln.

09:33h – St. Anton.

Erste Schwünge werden in den Schnee gezogen. Doch mit Regentropfen auf den Schibrillen und von Nebel beeinträchtigter Sicht wird schnell klar: Lange wollen wir hier nicht bleiben, ab ins Ländle!

Zeitgleich in Oberlech:

Mit Rodeln, Handschuhen und Helm ausgestattet, machen sich einige Schülerinnen und Schüler daran, die Rodelstrecke zu testen. Zu Beginn wird noch vorsichtig die steilste Stelle umfahren, später wird diese zum besten Teil der Strecke. Immer mutiger und schneller wird die Strecke absolviert, was auch ein paar kleinere Stürze zur Folge hat.

10:27h – Rauz.

Der Regen wurde mittlerweile zu Schnee – hart trifft er auf die Wangen. Zudem müssen schon manche Stürze wegen schlechter Sicht verzeichnet werden. Wieder einmal unter der Führung von Herrn Frontull (wenn auch in ungewohnter Umgebung) erreicht die Schigruppe nun trotzdem sicher das Tal. Nass, aber dennoch gut gelaunt geht es mit der Gondelbahn nach Zürs.

11:15h – Zürs.

Nach einer immer noch vom Nebel beeinträchtigten Abfahrt kommt der Bus nach Lech sehr gelegen. Mit den Schiern nach Lech zu fahren, kann aufgrund des Wetters leider gar nicht in Betracht gezogen werden.

Zeitgleich in Oberlech:

Die Rodelgruppe macht sich währenddessen an eine letzte rasante Fahrt, die vielen Unebenheiten sind nun kein Problem mehr. Einzig die Kleidung will nicht mehr ganz mitspielen. Schihosen, Schuhe, Handschuhe und Jacken halten dem nassen Schnee langsam nicht mehr stand.

11:42h – Oberlech.

Schi- und Rodelgruppe treffen beim Mittagessen aufeinander. Beim gemütlichen Essen ist viel Zeit für gute und lustige Gespräche und die Jacken können zumindest etwas trocknen. Draußen scheint das Wetter aufzuklaren.

12:58h – Lech.

Nach einer kleinen Stärkung und dem Betrachten des nun zu bestaunenden Panoramas starten die Schifahrerinnen und Schifahrer bei gutem Wetter in die zweite Runde. Freies Fahren, aber auch kurze gemeinsame Übungen und Fotopausen machen diese Zeit zu einer wundervollen. Die Gruppe genießt die Abfahrten, Späße werden gemacht und die Sonne taucht auf.

Die ausgeliehenen Rodel werden nach dem Mittagessen nur noch teilweise in Verwendung genommen. Neben ein paar Schifahrerinnen, die es sich nicht nehmen lassen, die Rodelstrecke ebenfalls zu testen, schlüpfen auch ein paar Rodlerinnen erneut in ihre nassen Jacken und Handschuhe. Die restliche Rodelgruppe genießt den Nachmittag im Gasthaus beim Kartenspielen.

14:43h – Lech.

Das Schifahren wird abgeschlossen. Im Tannbergerhof spendiert Herr Frontull eine Runde und beim gemeinsamen Reden findet der Schitag ein stimmiges Ende. Erlebnisse und Zukunftspläne werden ausgetauscht – von beiden gibt es genug. Schließlich können wir auf eine lange gemeinsame Zeit zurückblicken und der neue Lebensabschnitt, der für Herrn Frontull bereits begonnen hat, ist auch für uns nicht mehr fern.

Ein großer Dank gilt unserer Klassenvorständin Frau Neumayer, die die Idee des Schitages nicht mehr losgelassen hat und diesen für uns alle ermöglicht und organisiert hat. Es war wirklich wieder ein Erlebnis! Außerdem möchten wir uns herzlich bei Frau Lagger bedanken, die uns so motiviert begleitet hat. Ihre Kuchen vor und nach dem Schitag wurden von uns sehr genossen!

Der größte und herzlichste Dank gebührt aber wohl eindeutig unserem langjährigen Direktor Herrn Frontull: Danke für die reichliche, feinfühlige und stets präsente Unterstützung in den letzten Jahren! Danke, dass Sie unser Geschenk mit einer solchen Freude angenommen haben und wir gemeinsam einen so schönen Tag erleben konnten! Danke für Ihre Begleitung!

 

Bericht: Laura Mähr und Magdalena Ender

 

 

Mathematik & Mehr

Zu diesem fachdidaktischen Thema luden die Pädagoginnen alle Eltern und Praktikantinnen der Elefantengruppe des Praxiskindergartens Blasenberg am Freitag, den 17.01.2020 ein. Zentrales Thema dieses Abends war die „Spielintegrierte Mathematische Förderung“ im Kindergarten. Dieses Projekt der Pädagogischen Hochschule St. Gallen in Zusammenarbeit mit der Internationalen Bodensee Hochschule, der Universität Zürich und der BAfEP Feldkirch wurde in den Jahren 2012/13 in mehreren Kinderbetreuungseinrichtungen durchgeführt. Die dabei entwickelten und erprobten mathematischen Spiele werden in den kommenden Monaten den Kindern altersentsprechend angeboten. Die Eltern hatten die Möglichkeit, diese Spiele kennen zu lernen und selbst auszuprobieren. Die anschließende Präsentation von Renate Schmidt erläuterte Zielsetzungen und Kompetenzentwicklungen und gab Einblick in die  „Spielintegrierte mathematische Förderung“. Der Austausch der Eltern untereinander fand nachfolgend bei einem kleinen Buffet in gemütlicher Runde statt.

 

Bericht: Christine Krumböck

Fotos: Renate Schmidt

 

Kein leichter Abschied, jedoch voller Zuversicht

Interview mit Dir. Gerhard Frontull, 2019-12-04

Kein leichter Abschied jedoch voller Zuversicht

Der langjährige Direktor der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in Feldkirch, Gerhard Frontull, tritt diese Woche in den wohlverdienten (Un)Ruhestand. Der Anzeiger traf ihn in seinem schönen Büro am Ardetzenberg zu einem finalen Interview.

Von Bandi Koeck

 

Anzeiger: Herr Frontull, Sie werden diese Woche in Pension gehen. Wie fühlen Sie sich?

Frontull: Ich fühle mich gut, schaue auf schöne Jahre zurück, ertragreiche Jahre und mein Blick nach vorne bringt hoffentlich viel Neues, auch Unbekanntes und Spannendes. Auf dies freue ich mich.

 

Anzeiger: Rückblickend auf die vergangenen Jahre und Jahrzehnte: Was bleibt Ihnen besonders in Erinnerung, was waren schöne, was aber auch eher schwierige Momente?

Frontull: Schöne Momente waren für mich immer, wenn ich einer Schülerin das Maturazeugnis in die Hand gab und gewusst habe, der Schulweg dieser Schülerin war ein schwieriger. Am Schluss strahlt sie und ist glücklich und erfolgreich und wir haben sehr viel dazu beigetragen. Das waren glückliche Momente. Glückliche Momente sind auch, Menschen die Zusage machen zu können: „Ihre Tochter hat den Schulplatz bei uns.“ Schwierige Momente waren für mich Momente, wo ich das Gefühl hatte, die Bürokratie und die Schulorganisation macht gewisse schulische Arbeit schwerer statt leichter. Dazu zählt etwa Statistiken auszufüllen usw. Für das bin ich auch nicht Direktor geworden, das hat mich nie besonders gereizt. Zu Beginn meiner Direktortätigkeit war die Schulinfrastruktur alt und musste saniert werden, es herrschte räumliche Beengtheit. Gott sei Dank hat man diese Sanierung im Jahr 2005 bis 2009 durchgeführt, das brachte viel Luft und Schönheit in das Altbaugebäude.

 

Anzeiger: Inwiefern hat sich die Rolle von Direktoren in Bezug auf die Bildungsdiskussion in den letzten Jahren verändert?

Frontull: Im Moment findet eine ganz große Umstrukturierung (Stichwort Bildungsdirektion) statt. Diese ist mit sehr vielen Fragenzeichen und Unsicherheiten verbunden. Hier wird sich herausstellen, wie die Rolle des Direktors sein wird. Kriegt der Direktor mehr Autonomie? Dazu zählt auch Personalhoheit, das wäre ein zu begrüßender Weg. Oder geht es in die andere Richtung, dass die Direktoren das exekutieren dürfen, was von oben herab bestimmt wird. Gefühlsmäßig habe ich schon den Eindruck, man gibt den Direktionen mehr Autonomie, aber ob es wirklich gelingt, das ist im Moment noch offen.

 

Anzeiger: Und wie sehr hat sich die Rolle der Lehrpersonen verändert?

Frontull: Es wird zunehmend schwieriger, gute Lehrer zu bekommen. Viele Lehrpersonen wollen Teilzeit arbeiten, das erschwert den schulischen Betrieb sehr wohl. Wenn ich zurück denke ans Gymnasium, das war stark männerdominiert und diese zu 100 Prozent berufstätig. Dies hat sich gewaltig verändert. Der Beruf wird zunehmend auch schwieriger.

 

Anzeiger: Und wie sieht es mit der Elternseite aus?

Frontull: Von Elternseite habe ich stets ganz wenig negative Rückmeldungen erhalten. So kam es nie vor, dass Eltern mich anriefen und sich über Lehrpersonen beklagten. Elternarbeit war somit nie ein Thema.

 

Anzeiger: Und was sind die großen Unterschiede, welchen sich eine Kindergartenpädagogin heute vermehrt stellen muss?

Frontull: Inzwischen erwarten Eltern viel vom Kindergarten, verändert hat sich die Elternarbeit generell. Eine Herausforderung ist die Integration von Dreijährigen, das ist eine Herausforderung für unsere Berufsgruppe, Inklusion, Sprache – es ist keine Seltenheit acht Sprachen in einem Kindergarten zu haben, inhomogene Gruppen. Die Rahmenbedingungen haben sich verbessert.

 

Anzeiger: Seit Herbst 2015 wird am Institut St. Josef wieder das dreijährige Kolleg angeboten. Welche Zielgruppe möchten Sie damit ansprechen und wie ist die Resonanz?

Frontull: Zielgruppe sind Leute die den zweiten Bildungsweg wählen, die sich mit dieser Thematik Kindergartenpädagogik auseinander setzen, das schon länger im Kopf haben und von anderen Berufen entdecken, das wäre was für sie. älter, insgesamt vier Männer. 74 insgesamt, davon vier Männer. Über den zweiten Bildungsweg zur dipl. Kindergartenpädagogin ausgebildet werden. Es ist keine Billigausbildung, sie brauchen Matura, BRP und Studienberechtigungsprüfung sowie positive Aufnahmeprüfung. Wir haben ganz wenig Drop-Out, wir sind sehr zufrieden mit den Kollegs, es ist eine Bereicherung des schulischen Lebens, es sind sehr motivierte und strebsame Personen, oft haben wir das Gefühl, dass wir bremsen müssen, weil sie überehrgeizig sind. Wir haben Strategien eingebaut, dass wir sie nicht überlasten, wir evaluieren es ständig. Ein Viertel beruht auf Home Office zuhause. Im Herbst 2020 starten wir mit einem Abendkolleg.

 

Anzeiger: Im Angebot stehen zwei unterschiedliche Kolleg-Modelle. Worin liegen diese?

Frontull: Die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Unterrichtszeit. Montag bis Donnerstag 17.20 bis 22 Uhr Abendkolleg, beim Kolleg dual den ganzen Freitag 8 bis 17 Uhr und vierzehntägig Samstag den ganzen sowie Einheiten in den Ferien. Der große Unterscheid: Beim Abendkolleg musst du nicht im KG tätig sein, im Dual Montag bis Mittwoch in einem Kindergarten tätig sein als Assistentinnen, da dies vom Gemeindeverband mitfinanziert wird.

 

Anzeiger: Die BAfEP wird von Schülern und Studierenden ganz unterschiedlicher Nationalitäten besucht. Woher kommen die meisten und welches sind die Exoten?

Frontull: Wir haben Schülerinnen und Schüler aus 74 Vorarlberger Gemeinden. Im Kolleg haben wir etwa eine Schülerin aus Georgien, Ungarn, Deutschland, Türkei. Wir hatten mal eine Studentin aus der Mongolei, die dann bei der Stadt Feldkirch arbeitet. Anfragen aus CH, FL gibt es wenige.

 

Anzeiger: Vor einigen Jahren (2000?) wurde das Schülerheim am Ardetzenberg geschlossen. Warum ist das geschehen, wenn viele der Schüler eine weite Anreise haben?

Frontull: Die Nachfrage ist relativ gering. Bei uns war es so, dass die Auflagen streng sind bei Interanten und die Gebäude baufällig waren. Wir nutzten es noch eine Zeit lang als Klassenräume, mit dem Neubau wurde dann alles abgerissen. Eine Schülerin aus Gaschurn und Sulzberg aus der ersten Klasse. Ich glaube es gibt einen Bedarf an einem Schülerheim in Feldkirch, es müsste dann eine gewisse Größe haben. PH, Konsi, Musikgymn.

 

Anzeiger: Lediglich 60 % der Absolventen der BAfEP treten nach der fünfjährigen Ausbildung und Matura direkt ins Berufsleben als Kindergartenpädagoge ein. Was könnte ein Grund dafür sein, dass dies so ist?

Frontull: Die Schule bietet im Lauf der der fünf Jahre neue spannende Lehrinhalte und Schülerinnen merken, in diese Richtung möchte ich mich weiterentwickeln. Nach der Matura entscheiden sie sich, Logopädin zu werden. Wenn jemand einen Beruf erlernt hat, will dann Ärztin werden, das ist eine gute Voraussetzung für einen anderen Beruf. Wir sind hier ganz offen, das ist auch wichtig. Ich sehe das umfassend, auch in dem Sinne, dass die Schülerin vieles für sich selbes lernen, sind dann auch tolle Mütter, die wissen, wie man mit Kindern umgeht.

 

Anzeiger: Unter allen Auszubildenden befinden sich lediglich vier Männer, in der fünfjahrigen acht. Was muss unternommen werden, dass dieser Beruf vermehrt das männliche Geschlecht anspricht?

Frontull: Wir haben schon Jahre erlebt, wo kein einziger Junge an der Schule war, somit sind wir gut unterwegs mit zwölf. Entscheidend ist das Alter, sie entscheiden sich mit 14 Jahren, ich denke, ein Mädchen entscheidet sich leichter für diesen Beruf. Es kann eine Schwelle sein als Junge zu wissen, ich gehe in eine Klasse, wo nur Mädchen sind. Wir brauchen ganz dringend Männer in diesem Beruf, ich behaupte immer, dass wir weniger Gewalt hätten. Ein Mann geht anders mit Konflikten im Schulhof um. Es ist unbefriedigend.

 

Anzeiger: Wir brauchen mehr zukünftig.. Wie kann diesem Defizit begegnet werden?

Frontull: Über die Kollegausbildung kann ich das abfangen und kann qualifizierte Leute auf den Markt bringen, das ist meines Erachtens ein guter Weg. Es gibt die Möglichkeit der dreijähirgen Ausbildung, aber derzeit sehe ich die Probleme dahingegen, dass das Berufsbild einer dreijährigen nicht klar ist, die Bezahlung und die wirkliche Rolle nicht klar ist. Wir haben Assistentinnen über Schloss Hofen, aufsteigende Module. An denen mangelt es nicht, aber an den Diplomierten.

 

Anzeiger: Sprechen wir offen über die Zukunft: Es gibt seitens von Bund und Land Pläne, dass die BAfEPs in Bälde den Pädagogischen Hochschulen eingegliedert werden. Wann wird dies mit Feldkirch geschehen?

Frontull: Ich begann im Jahr 2000, da sagte mir ein Direktor aus Innsbruck, diese Schule gibt es bald nicht mehr. Mittlerweile sind 19 Jahre vergangen. Es ist eine lange Geschichte. Momentan ruht es. Ich sehe es so: Grundsätzlich glaube ich, dass Kindergartenpädagoginnen sehr wohl tertiär ausgebildet werden, aber ich bin derzeit nicht überzeugt von Ausbildungen, die in div. Ländern gemacht werden (CH, Südtirol) nicht überzeugt, z.B. zu wenig Praxis, zu wenig kreativ, zu kopflastig, zu theoretisch. Das zweite Aber ist, dass wir derzeit in Österreich eine Situation haben, dass die Gemeinden die Pädagoginnen anstellen. Solange der Bürgermeister entscheiden kann, ob er eine Assistentin, eine Pädagogin oder eine Bachelor-Ausgebildete von der PH anstellen kann, ist eine tertiäre Ausbildung fahrlässig. Daher müsste diese Berufsgruppe von den Gemeinden weg zu den Lehrern, das wird aber nicht geändert. Wir haben ganz unterschiedliche Bedingungen in den Gemeinden. Das sind für mich die zwei Knackpunkte. Das Alter spielt eine große Rolle.

 

Anzeiger: Welche Pläne hegen Sie für den bevorstehenden Ruhestand und was möchten Sie Ihrer Nachfolgerin mitgeben?

Frontull: Ich lasse die Zukunft auf mich zukommen. Ich habe viele Hobbys, genüssliche Biketouren, Skifahren, Chorgesang, Klavierspielen, Enkelkinder, viele int. Möglichkeiten. Meine Regale möchte ich zuerst leer machen und dann mit neuem füllen. Meiner Nachfolgerin Ilse Klima möchte ich eine gute Hand für die wichtigen Entscheidungen und immer den Schüler im Mittelpunkt zu sehen, mitgeben.

 

Anzeiger: Vielen Dank für das nette Gespräch!

 

Zur Person:

Gerhard Frontull

Verheiratet, zwei Kinder, vier Enkelkinder

Erlernter Beruf: Lehrer für Deutsch, Geschichte

Direktor seit: September 2000, davor Rebberggasse

Hobbys:

Lieblingsmusiker: Johann Sebastian Bach

Kontakt: www.bafep-feldkirch.at

Lasst die Puppen sprechen! Große Handpuppen ins Spiel bringen

Freude am Spiel, Spaß an der Improvisation, Motivation für das Spiel mit großen Handpuppen erlebten die Studierenden der Abendkollegs und des Kolleg Dual B in den Workshops mit dem Referenten Lars-Olaf Möller aus Deutschland, die zwischen dem 28.11. und 03.12.2019 an der BAfEP stattfanden.

Wie kann der Zauber, der in einer Puppe wohnt, freigesetzt werden? Welche Wege sind hilfreich, dass die Puppe im Kindergarten auch gut eingesetzt werden kann? Und: Worauf muss geachtet werden (und was sollte besser vermieden werden), damit das Spiel in Fluss kommt und Spaß macht?

Mit diesen Fragestellungen beschäftigten sich die Workshops in Praxis und Theorie. Mit viel Empathie und großem Können wurden die Studierenden der Kollegs in die technische Führung der großen Puppen eingeführt und mit viel Spaß und Humor konnte in vielen Einzel- und Partnerübungen das Spiel erprobt werden.

Die Ziele, zukünftigen Elementarpädagogen/innen einen Zugang zu einem ausdruckstarken und ideenreichen Handpuppenspiel zu vermitteln, Spielfreude zu erleben, Grundlagen der Spieltechnik zu erlernen und Strategien für knifflige Spielsituationen zu bedenken, wurden in diesem Workshop ganz gewiss erreicht.

So darf im Namen der Kolleg – Studierenden und des Praxiskindergartens Blasenberg  der BAfEP dem Kuratorium der BAfEP und dem Vorarlberger Kulturservice (VKS)herzlich für die finanzielle Unterstützung gedankt werden, ohne diese Gelder wäre die Einladung eines Profis an eine Schule nicht möglich.

Mag.a Hannerose Koch-Holzer

Tag der offenen Tür an der BAfEP Feldkirch 2019

Am 30.11.2019 fand der traditionelle Tag der offenen Tür an der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik in Feldkirch statt. Viele interessierte Gäste besuchten die Schule, um mehr über sie zu erfahren. Durch Führungen und an verschiedenen Info-Ständen  haben die Besucher einen sehr guten Einblick in den alltäglichen Ablauf der Schule bekommen. Jeder konnte sich einen Überblick über die verschiedenen Fächer der Schule, wie zum Beispiel Didaktik, Pädagogik oder Praxis, verschaffen. Die kleinen Konzerte im Musiksaal sorgten für Abwechslung und unterhielten die Gäste der BAfEP. Aufgrund der tollen Zusammenarbeit der Schüler und Lehrpersonen und dem Interesse der Besucher konnte ein erfolgreicher, informativer Tag gestaltet werden.

Nina Moosmann, 3b Klasse