Lessing und die 3a in der Johanniterkirche

Dienstagmorgen, der Raum, in der sich die 3a befindet, wird teils von dunstigem Herbstlicht durchflutet, das durch die im Osten liegenden, schlichten Fenster dringt. Sie sind die einzige Lichtquelle, abgesehen von den 400 Opferlichtern in der Johanniterkirche, von denen ein Teil brennt.

Wir befinden uns in einem Gebäude mit Geschichte, der Johanniterkirche, dessen Fassade sich in das Stadtbild ohne weiteres einzugliedern scheint, doch dessen Inneres sich in abstrakter und ungewohnter Weise von der umliegenden Altstadt abhebt. Heute bietet sie Raum für zeitgenössische Kunst, in welchem sich aktuell ein im Durchmesser sieben Meter großer Ring befindet, es ist die Verbildlichung der Ringparabel. Eines der wohl berühmtesten Gleichnisse für Toleranz, nach Gotthold Ephraim Lessing, einem Schriftsteller und Dichter der Aufklärung.

In jeweils einer Performance zu Beginn und Ende der Installation des Künstlers Marbod Fritsch werden die Kerzen durch zahlreiche Anhänger von sieben verschiedenen Religionen entzündet. Vor dem Altar befindet sich der, ebenfalls aus Opferlichtern gestaltete, überdimensional  große Titel der Kunstaktion „Remain In Light“, der zugleich auch Titel einer der erfolgreichsten Popalben aller Zeiten, der „Talking Heads“. ist.

Nach einer Stunde verlassen wir diesen ungewöhnlichen Raum und sind wieder Teil des vormittäglichen Alltagstreibens auf dem Feldkircher Marktplatz. Eine Exkursion, die zum Nachdenken anregt.

 

Bericht: Linda Rupp, 3a

Fotos: MMag.aChristine Vonbrül